Deutschlands Führungskräfte haben Mut zum Branchenwechsel

2. November 2011

Pressemitteilung

02. November 2011

Deutschlands Führungskräfte haben Mut zum Branchenwechsel

Aktuelles „Manager-Barometer“ von Odgers Berndtson: 90 % der Führungskräfte in Deutschland würden für ihren nächsten Karriereschritt die Branche wechseln

Die internationale Personalberatung Odgers Berndtson hat im Rahmen ihres „Manager-Barometers 2011“ 1.300 Führungskräfte in ganz Deutschland nach ihren Karrieremotiven, ihrer Einsatzbereitschaft und ihrer persönlichen Work-Life-Balance befragt. Dabei zeigten sich Deutschlands ManagerInnen erstaunlich flexibel: Rund 90 % der Befragten sind bereit, für ihren nächsten beruflichen Schritt die Branche zu wechseln. Unternehmen müssen sich verstärkt mit Quereinsteigern und Querdenkern auseinandersetzen.

„Bei der Rekrutierung ihrer Führungskräfte wenden viele Unternehmen noch sehr branchenbezogene, „silo-artige“ Strategien an. Die Manager sind hier gedanklich bereits einen Schritt weiter, was ihre große Bereitschaft zum Branchenwechsel zeigt“, kommentiert Peter Herrendorf, Geschäftsführer von Odgers Berndtson Deutschland, dieses Ergebnis der Studie. „Die Unternehmen werden sich bei Rekrutierungen aufgrund des fortschreitenden Fach- und Führungskräftemangels verstärkt mit Quereinsteigern und damit auch mit Querdenkern auseinandersetzen müssen“, so Herrendorf weiter. Während sich die Befragten die mit einem Branchen- oder Fachrichtungswechsel verbundene, intellektuelle Mobilität eindeutig zusprechen, ist ihre räumliche Mobilität weniger ausgeprägt, wie ihre geringere Bereitschaft zu einem Wohnortswechsel (63 %) oder einer räumlichen Trennung von ihrer Familie (45 %) belegt.

Work-Life-Balance immer wichtiger

Die Aussagen der Studie zur persönlichen Work-Life-Balance zeigen deutlich den Wunsch der ManagerInnen nach einer Reduzierung ihres zeitlichen Engagements im Beruf und einer ausgewogeneren Gestaltung ihres Alltags – trotz Karriere. Zugunsten von Familie, Freizeit, Weiterbildung und gesellschaftlichem Engagement möchten sie den Zeitanteil, den sie in einer typischen 7-Tage-Woche für ihre berufliche Tätigkeit aufwenden, um durchschnittlich 10 % verringern.

Karrieretreiber: Führen vor Statusdenken

Eine positive Nachricht für alle Unternehmen ist die Aussage der Führungskräfte, dass sie die Freude an der Führungsaufgabe für ihren weiteren Karriereweg am meisten motiviert (61 %). Denn nur führungsstarken Persönlichkeiten wird es gelingen, die immer anspruchsvollere Leitung von komplexen Teams und Prozessen zu bewältigen. Gleichzeitig stark sind die befragten ManagerInnen durch den Einsatz ihrer persönlichen Stärken und Begabungen motiviert. „Für die Unternehmen steht dahinter die Notwendigkeit, die Stärken und Begabungen ihrer Führungskräfte genau zu identifizieren und transparent zu machen, um darauf eine zukunftsfähige, individuelle Personalentwicklung aufzubauen“, erläutert Geschäftsführer Herrendorf. Motivatoren wie Status, Titel, Geld oder Familientradition wurden von den Befragten deutlich niedriger priorisiert.

Ältere Manager bieten hohes Potenzial

In der Auswertung der Befragung nach Altersgruppen ergaben sich bei der Gruppe der ManagerInnen ab 60 Jahren interessante Aspekte. Sie sind zwar hinsichtlich eines Branchen- oder Fachrichtungswechsels weniger flexibel, dafür aber bereit, bei einer beruflichen Veränderung eine höhere Wochenarbeitszeit oder Gehaltseinbußen zu akzeptieren. „Die Gruppe der ‚60plus’ sind für Unternehmen wichtige Know-how-Träger, die mit ihrer Lebens- und Führungserfahrung, aber auch mit ihrem Spezialwissen von den Unternehmen stärker in den Fokus personalpolitischer Überlegungen gerückt werden müssen“, urteilt Peter Herrendorf. „Dieses Potenzial wird bisher nicht ausreichend genutzt.“

Personalmanagement ist größte Herausforderung

Befragt nach den wesentlichen Herausforderungen der nächsten 12 Monate in ihren Unternehmen, gaben die ManagerInnen an, dass die Personalbindung sowie der kostenoptimierte Auf- und Ausbau von Personal und/oder Prozessen als größte unternehmerische Aufgabenstellungen gesehen werden. Insbesondere auch das Halten und Entwickeln von Leistungsträgern wird – vor dem Hintergrund der fortschreitenden demografischen Entwicklung – von mehr als der Hälfte der Befragten als zentrale Herausforderung gesehen. Die Mehrheit der Führungskräfte hält die Kompetenzen eines typischen Unternehmers, wie initiatives und verantwortungsvolles Handeln (60 %), das Entwickeln und Vorleben von Visionen und Strategien (57 %) sowie Entrepreneurship (44 %), in ihrem derzeitigen beruflichen Umfeld für besonders relevant.

Methodik des Manager-Barometers

Befragt wurde das Executive Panel von Odgers Berndtson, das Führungskräfte von Unternehmen aller Branchen und Größenklassen in Deutschland beinhaltet. Teilgenommen haben 1.290 Managerinnen und Manager. Die Befragung wurde online und anonym in der Zeit von Anfang Juni bis Mitte Juli 2011 durchgeführt.

Die vollständigen Ergebnisse des Manager-Barometers 2011 finden Sie zum Download unter dem folgenden Link: Manager-Barometer.

Sie können die PDF-Version der Studie auch anfordern unter presse@odgersberndtson.de

Über Odgers Berndtson:

Odgers Berndtson ist eine weltweit agierende Personalberatung und gehört seit mehr als 40 Jahren zu den führenden internationalen Gesellschaften im Executive Search und in der Führungskräftebeurteilung. Odgers Berndtson ist inhabergeführt und beschäftigt aktuell rund 100 Mitarbeiter in Frankfurt, Hamburg, München und Wien. Weltweit sind rund 700 Mitarbeiter an 51 Standorten in 29 Ländern für Odgers Berndtson tätig. Die Berater arbeiten in international vernetzten Industry und Functional Practices, die sich auf die branchenspezifischen Bedürfnisse der Klienten konzentrieren.

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